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    Pump.fun ist ein Launchpad für Memecoins auf Solana. Nutzer starten Token über eine Bonding Curve, deren Schwelle bei rund 85 SOL liegt.

    PUMP – Pump.fun

    By Redaktion cvj.ch on 25. August 2026 Glossary

    Pump.fun ist ein Launchpad für Memecoins auf der Blockchain Solana, über das jeder Nutzer ohne Vorverkauf und ohne Team-Zuteilung einen Token starten kann. Der Handel läuft zunächst über eine automatische Preiskurve, die Bonding Curve. Erreicht ein Token deren Schwelle, wandert seine Liquidität auf einen dezentralen Marktplatz.

    Die Plattform ging am 19. Januar 2024 online und geht auf die Gründer Alon Cohen, Dylan Kerler und Noah Tweedale zurück. Ein Token-Start kostete im Juli 2024 nach Bloomberg-Angaben unter 2 USD. Die Ausgabe eines Memecoins auf Solana verlangt folglich weder Programmierkenntnisse noch nennenswertes Kapital. Die New York Times zählte im selben Monat über 1 Mio. erzeugte Token. Im Juli 2025 sammelte das Unternehmen ausserdem mit dem Verkauf eines eigenen Tokens 600 Mio. USD in zwölf Minuten ein.

    Wie funktioniert die Bonding Curve bei Pump.fun?

    Eine Bonding Curve ist ein Smart Contract, der Käufe und Verkäufe ohne Gegenpartei abwickelt. Der Preis folgt allein der Menge der bereits verkauften Token und steigt mit jedem Kauf entlang einer festen Kurve. Pump.fun setzt dafür eine Constant-Product-Mechanik mit virtueller Anfangsreserve ein. Ein Orderbuch existiert nicht. Wer verkauft, reicht die Token an denselben Vertrag zurück und bewegt den Preis dieselbe Kurve abwärts. Früh gekaufte Token kosten daher weniger als spät gekaufte.

    Der Ersteller lädt zunächst Bild, Name und Ticker hoch und zahlt die Erstellungsgebühr, unmittelbar danach ist der Token handelbar. Jeder Start prägt die Gesamtmenge sofort und vollständig. 793.1 Mio. Token stehen auf der Kurve zum Kauf bereit, 206.9 Mio. bleiben für die spätere Liquiditätsbildung reserviert. Einen Vorverkauf, eine Zuteilung an ein Team oder eine Whitelist gibt es hingegen nicht. Alle Käufer treten zu denselben Bedingungen ein. Das Modell gilt deshalb häufig als Fair Launch.

    Auf jeden Handel entlang der Kurve erhebt die Plattform eine Handelsgebühr von 1%. Sie fällt ebenso an, wenn der Token nie einen Marktplatz erreicht. Die Einnahmen entstehen somit bereits auf der Kurve und setzen keinen erfolgreichen Token voraus.

    Die Migrationsschwelle ist in SOL fixiert, nicht in Dollar

    Die Kurve gilt als gefüllt, sobald ihr Bestand an realen Token auf null fällt. Aus den Programmparametern folgt dafür ein Kaufvolumen von rund 85 SOL. Der Vertrag rechnet in SOL und nicht in einer Fiatwährung. Der entsprechende Dollarbetrag schwankt folglich mit dem SOL-Kurs, ohne dass sich an der Bedingung selbst etwas ändert.

    Forbes Australia bezifferte die Marke am 14. November 2024 auf rund 90'000 USD Marktkapitalisierung. Andere Darstellungen nennen für dieselbe Schwelle deutlich tiefere Dollarwerte, zumal sie einen anderen Kurszeitpunkt zugrunde legen. Beide Angaben beschreiben letztlich denselben SOL-Betrag. Wer die Schwelle als festen Dollarbetrag liest, missversteht die Mechanik.

    An diesem Punkt hat die Kurve alle darauf verfügbaren Token rechnerisch abgegeben. Ein Token, der die Schwelle nie erreicht, wird hingegen weiter über die Kurve gehandelt. Sein Preis folgt weiterhin allein der Formel.

    Der Wechsel des Migrationsziels von Raydium zu PumpSwap

    Erreicht ein Token die Schwelle, gilt er als graduiert. Die angesammelte Liquidität wandert dann in einen Pool auf einem Automated Market Maker. Ursprünglich war dieses Ziel die externe Solana-Börse Raydium. In dieser Phase fiel beim Übergang zusätzlich eine Migrationsgebühr von 1.5 SOL an. Sie betraf allerdings ausschliesslich das Verfahren mit Raydium.

    Am 20. März 2025 löste die plattformeigene AMM PumpSwap Raydium als Migrationsziel ab. Seither läuft der Übergang automatisiert. Eine permissionless Instruktion erstellt den Pool und verbrennt anschliessend die LP-Token. Permissionless bedeutet, dass jeder diesen Schritt auslösen kann und keine Freigabe der Plattform nötig ist. Die Liquidität ist damit dauerhaft gesperrt und lässt sich auch vom Ersteller nicht mehr abziehen. Die 206.9 Mio. reservierten Token bilden zusammen mit den eingegangenen SOL die Startliquidität des neuen Pools.

    Für Käufer verschiebt sich mit der Migration schliesslich der Handelsort. Vor der Graduierung ist der Vertrag der Bonding Curve die einzige Gegenseite, später übernimmt der Pool diese Rolle. Der Preis richtet sich dann nach Angebot und Nachfrage im Pool und nicht mehr nach der Kurvenformel.

    Warum die meisten Token die Kurve nie abschliessen

    Die weit überwiegende Mehrheit der auf Pump.fun erstellten Token erreicht die Migrationsschwelle nie. Graduierung ist der Ausnahmefall. Nach Angaben von crypto.news schliessen weniger als 2% der Starts die Bonding Curve ab, wobei das Portal die Methodik dieser Zählung nicht offenlegt.

    Das folgt aus dem Modell selbst. Ein Start kostet fast nichts, ein Scheitern ebenfalls. Wer einen Token anlegt, riskiert also kein nennenswertes Kapital, wenn kein Käufer erscheint. Der Fair-Launch-Charakter beschreibt deswegen den Startvorgang und nicht das Ergebnis. Gleiche Einstiegsbedingungen verhindern weder einen frühen Grossaufkauf noch dessen späteren Abverkauf.

    Für die Plattform ändert die niedrige Quote wenig, zumal die Handelsgebühr bereits auf der Kurve anfällt. Bis Juli 2025 summierten sich die kumulierten Einnahmen auf knapp 800 Mio. USD.

    Warum Pump.fun weder Börse noch Emittent ist

    Pump.fun stellt Software bereit: die Erstellung, den Handel auf der Bonding Curve und die automatisierte Migration. Emittent der Token ist die Plattform jedoch nicht, denn Name, Bild und Ticker stammen vom jeweiligen Ersteller. Eine Börse ist sie ebenso wenig. Der Handel nach der Graduierung findet auf einer AMM statt, die technisch getrennt vom Erstellungswerkzeug arbeitet. Von einem ICO unterscheidet sich das Modell zudem durch das Fehlen einer Vorverkaufsrunde.

    Der Name führt regelmässig zu einer Verwechslung mit dem Marktbegriff Pump. Dieser bezeichnet eine schnelle Aufwärtsbewegung eines Kurses, unabhängig von Plattform und Anlageklasse. Pumps treten bei Aktien genauso auf wie bei Bitcoin. Pump and Dump meint die koordinierte Variante mit anschliessendem Abverkauf. Beide Begriffe beschreiben ein Marktverhalten, Pump.fun dagegen eine Anwendung.

    BegriffWas er bezeichnet
    Pump.funSoftware zur Token-Erstellung auf Solana, Handel über eine Bonding Curve
    Pumpschnelle Aufwärtsbewegung eines Kurses, unabhängig von Plattform und Anlageklasse
    Pump and Dumpkoordiniertes Hochtreiben eines Kurses mit anschliessendem Abverkauf
    PumpSwapplattformeigene AMM, auf der graduierte Token nach der Migration gehandelt werden
    ICO und IDOErstausgabe mit Vorverkauf, fester Zuteilung und Whitelisting

    Juristisch ist diese Einordnung bestritten. Beim Southern District of New York gingen im Januar 2025 zwei Sammelklagen gegen die Betreibergesellschaft Baton Corporation Ltd. ein. Der Vorwurf lautet, die Plattform betreibe eine nicht registrierte Wertpapierbörse, gestützt auf den Howey-Test. Die Verfahren sind anhängig, über die Begründetheit der Vorwürfe ist nicht entschieden (Stand August 2026). In Grossbritannien wurde der Zugang zur Plattform zuvor im Dezember 2024 nach einer Warnung der Financial Conduct Authority gesperrt.

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