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    Uniswap wickelt den Tausch von Token über Liquiditätspools nach der Formel x·y=k ab, ohne Orderbuch und mit Governance über UNI.

    UNI – Uniswap

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    By Redaktion cvj.ch on 25. August 2026 Glossary

    Uniswap ist ein dezentrales Börsenprotokoll auf Ethereum, das den Tausch von Token über automatisierte Liquiditätspools statt über ein Orderbuch abwickelt. Der Preis eines Pools ergibt sich allein aus dem Verhältnis seiner beiden Reserven. Wer Kapital in einen Pool einzahlt, erhält dafür einen Anteil an den Handelsgebühren.

    Hinter dem Protokoll steht Hayden Adams, der die Idee eines automatisierten Market Makers ursprünglich aus einem Blogbeitrag von Vitalik Buterin aufgriff. Zuvor hatte Adams seine Stelle als Maschinenbauingenieur bei Siemens verloren und sich in die Programmiersprache Solidity eingearbeitet. Ein Zuschuss der Ethereum Foundation über 50'000 USD finanzierte ausserdem Audit und Weiterentwicklung. Die erste Fassung erschien schliesslich am 2. November 2018 auf dem Ethereum-Mainnet. Der Datenaggregator DefiLlama wies das über alle Versionen kumulierte Handelsvolumen am 22. August 2026 mit rund 3.82 Bio. USD aus.

    Wie der Preis in einem Uniswap-Pool entsteht

    Bei einer dezentralen Börse wie Uniswap wartet niemand auf eine Gegenpartei. Jeder Tausch läuft gegen einen Liquiditätspool, der zwei Token in den Reserven x und y hält. Das Produkt beider Mengen bleibt bei jedem Tausch konstant, daher die Formel x·y=k. Kauft jemand Token y und zahlt dafür Token x ein, steigt die Reserve x, gleichzeitig sinkt die Reserve y. Damit k unverändert bleibt, muss jede weitere entnommene Einheit y folglich teurer sein als die vorherige.

    Der Preis ist somit die Steigung dieser Kurve am jeweiligen Reservenverhältnis, nicht eine gestellte Notierung. Daraus folgt direkt die Slippage. Je grösser ein Tausch im Verhältnis zur Poolgrösse ausfällt, desto stärker verschiebt er das Reservenverhältnis. Der effektive Durchschnittspreis liegt folglich weiter vom Preis vor dem Tausch entfernt. Abweichungen zwischen Poolpreis und Marktpreis gleichen Arbitrageure an, für die ein veraltet bepreister Pool zum günstigen Einkauf wird.

    Für den Dienst fällt eine Handelsgebühr an. In Version 2 beträgt sie 0.30% je Tausch. Davon gehen 0.25% an die Liquiditätsgeber und 0.05% an das Protokoll, sofern der Fee-Switch für den Pool eingeschaltet ist. Dieser Schalter ist fest in den Verträgen kodiert und stand ursprünglich auf null.

    Die vier Protokollversionen und ihr definierendes Merkmal

    Vier Hauptversionen des Uniswap-Protokolls sind insgesamt auf dem Ethereum-Mainnet erschienen. V1 kannte zunächst nur Paare aus ETH und einem ERC-20-Token, weshalb ein Tausch zwischen zwei ERC-20-Token über zwei Pools lief. V2 hob diese Beschränkung auf und ergänzte zudem ein manipulationsresistentes Preisorakel, das kumulierte Preise on-chain ablegt. Externe Verträge lesen daraus einen zeitgewichteten Durchschnittspreis über ein frei gewähltes Intervall.

    VersionStart auf EthereumDefinierendes Merkmal
    V12. November 2018Nur ETH/Token-Paare, ein Vertrag je Paar
    V218. Mai 2020Beliebige ERC-20-Paare, TWAP-Preisorakel, Flash Swaps
    V35. Mai 2021Concentrated Liquidity, Positionen als NFT, Gebührenstufen 0.05% / 0.30% / 1.00%
    V431. Januar 2025Hooks, Singleton-Architektur, Flash Accounting, frei wählbare Gebühren

    V4 ändert die Bauweise. Alle Pools liegen in einem einzigen Vertrag statt in je einem eigenen, was die Kosten einer Pool-Erstellung um rund 99% senkt. Flash Accounting verschiebt Vermögenswerte ferner erst am Ende einer Transaktion nach Nettosaldo. Die Funktion nutzt dafür den Transient Storage aus EIP-1153. Neu sind ausserdem Hooks: Verträge, die an definierten Punkten einer Pool-Aktion einspringen, etwa vor oder nach einem Tausch. Dort ermöglichen sie dynamische Gebühren oder On-Chain-Limit-Orders. Ältere Versionen bleiben trotzdem in Betrieb, denn die Verträge sind unveränderlich und lassen sich nicht abschalten.

    Was passiert, wenn der Preis die gewählte Preisspanne verlässt?

    Seit Version 3 des Uniswap-Protokolls legt ein Liquiditätsgeber eine Preisspanne fest, in der sein Kapital arbeitet. Es verteilt sich nicht mehr über den gesamten Bereich von null bis unendlich. Innerhalb dieser Spanne verhält sich die Position wie in Version 2, jedoch mit vielfach höherer Tiefe je Preispunkt. Wer für ETH eine Spanne von 1'800 bis 2'200 USD wählt, konzentriert sein Kapital also auf dieses Fenster. Uniswap Labs beziffert den Zugewinn an Kapitaleffizienz gegenüber Version 2 auf bis zu das 4'000-Fache.

    Verlässt der Marktpreis die Spanne, verdient die Position keine Gebühren mehr. Erst wenn der Preis zurückkehrt oder der Liquiditätsgeber die Spanne neu setzt, fliessen wieder Einnahmen. Enge Spannen erhöhen deshalb den Gebührenertrag je eingesetzter Kapitaleinheit und verlangen im Gegenzug häufigeres Nachjustieren. Fungibel sind solche Positionen ebenfalls nicht mehr, weshalb das Protokoll sie als NFT abbildet.

    Davon zu trennen ist der Impermanent Loss, der Liquiditätsgeber über die Haltedauer hinweg trifft. Ein Pool verkauft bei jeder Preisbewegung automatisch den teurer werdenden Token und kauft den billiger werdenden. Einfaches Halten lässt beide Mengen hingegen unverändert. Verdoppelt sich der Preis eines der beiden Token, liegt die Position rund 5.7% unter dem blossen Halten. Unbeständig heisst dieser Verlust, weil er sich auflöst, sobald der Preis zum Einstiegsverhältnis zurückkehrt. Letztlich macht ihn erst eine Abhebung bei abweichendem Preisverhältnis dauerhaft.

    Was ist der Unterschied zwischen Uniswap Labs und dem Uniswap Protocol

    Drei Dinge tragen den Namen Uniswap, und nur zwei davon sind Organisationen. Das Uniswap Protocol ist zunächst die Sammlung unveränderlicher Smart Contracts auf Ethereum und weiteren Chains. Es gehört niemandem und lässt sich von jeder beliebigen Oberfläche ansprechen. Uniswap Labs ist hingegen die von Hayden Adams gegründete Softwarefirma, die Weboberfläche, App und Schnittstellen betreibt und Code zum Protokoll beisteuert. Die Uniswap Foundation koordiniert Governance-Prozesse und vergibt Fördermittel, betreibt das Protokoll aber nicht.

    Praktisch wird die Unterscheidung, sobald eine Aufsichtsbehörde eingreift. Die SEC stellte Uniswap Labs am 10. April 2024 eine Wells Notice zu. Mit diesem Schreiben kündigt eine Behörde ein mögliches Durchsetzungsverfahren an. Adressat war jedoch die Firma, nicht das Protokoll und nicht die Foundation. Am 25. Februar 2025 stellte die SEC die Untersuchung schliesslich ohne Durchsetzungsmassnahme ein.

    Wie weit die Rolle von Uniswap Labs über das Protokoll hinausreicht, zeigt Unichain. Das Layer-2-Netzwerk im Optimism-Superchain-Verbund startete am 11. Februar 2025 auf dem Mainnet. Den Sequencer betreibt die Firma zudem selbst.

    Wer über das Uniswap-Protokoll abstimmt

    UNI ist der Governance-Token des Uniswap-Protokolls und keine Voraussetzung dafür, es zu nutzen. Handelsgebühren fallen in den gehandelten Token an, nicht in UNI. Der Token kam im September 2020 per Airdrop in Umlauf. 400 UNI erhielt dabei jede Adresse, die zuvor die Verträge von Version 1 oder 2 aufgerufen hatte. Wer UNI hält oder Stimmrechte delegiert bekommt, entscheidet über Änderungen an den Verträgen und über die Verwendung der Protokolleinnahmen.

    Über diesen Weg lief ebenfalls der Vorschlag UNIfication, der den Fee-Switch einschaltete. Die Protokollgebühr gilt seit Ende Dezember 2025, greift allerdings gestaffelt: erst für Version 2 und ausgewählte Version-3-Pools auf dem Ethereum-Mainnet. Die Gebühren fallen in verschiedenen Token an, ein erlaubnisfreies Burn-System wandelt sie daher in UNI-Burns um. Eine Ausweitung auf weitere Chains liegt lediglich als eigener Governance-Vorschlag vor. Stand August 2026 ist der Fee-Switch somit in Betrieb, aber nicht protokollweit.

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